Angreifer kommen immer öfter über die Lieferkette. Laut Verizon Data Breach Investigations Report 2026 waren Lieferanten, Dienstleister oder Software von Drittanbietern an 48 Prozent aller untersuchten Datenschutzverletzungen beteiligt. Anders ausgedrückt: Auch der Firmen-PC hat selbstverständlich eine Lieferkette, und sie ist angreifbar. Bereits zwischen Produktionsstätte und Schreibtisch lassen sich Hardware und Firmware manipulieren. Gekauft wird das Gerät trotzdem vielerorts nur nach Preis und Displaygröße. Die IT-Sicherheit sieht das Gerät oft erst, wenn es bereits ausgeliefert ist.
Genau darüber sprechen Michael Gieseke (Endpoint Security Specialist, HP Deutschland), Dr. Markus Leberecht (EMEA Chief Technology Office, Intel) und Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker (Forschungsdirektor, cyberintelligence.institute) mit Sven Hansel im aktuellen TechTalk. Kipkers Befund: Der Einkauf ist längst die erste Verteidigungslinie der Cybersecurity, er weiß es aber oft selbst nicht. Viele Unternehmen prüfen die Sicherheit aber erst, wenn der Vertrag schon unterschrieben ist. Und die zugesagten Supportzeiträume enden nicht selten, bevor die Geräte ausgemustert werden.
Außerdem: warum Firmware-Updates genauso standardisiert verteilt werden müssen wie Software, warum man eine ein Jahr alte Flotte nicht pauschal austauscht und weshalb laut Gieseke nur die Hälfte der Nutzer mit einem Geräteproblem überhaupt ein Ticket meldet. Die Antwort auf die Montagsfrage fällt bei allen drei Gästen verblüffend ähnlich aus: erst Inventur, dann Entscheidung.


